Til Schweiger eröffnet Nobel-Restaurant in Hamburger City

RÜCKBLICK: Im August 2015 wollte Til Schweiger ein „Vorzeigeflüchtlingsheim“ bauen. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit SPD-Chef Gabriel und einer Phalanx abgehalfterter B-Promis, verkündete er damals vollmundig, in dem Heim solle es Freizeitangebote für Kinder, eine Sportanlage, Werkstätten und eine Näherei geben, damit die Menschen arbeiten könnten. Bis zu 600 Flüchtlinge sollten dort untergebracht werden. Er werde richtig viel Geld auftreiben, drohte Schweiger seinen Kritikern, und außerdem werde er eine Stiftung für traumatisierte Kinder gründen.

EIN JAHR SPÄTER: Ernüchterung! Das Projekt „Flüchtlingsheim“ ist längst auf Eis gelegt. Unser selbstverliebter Action-Held hat seine Prioritäten offenbar schnell gewechselt. Nun will er uns zeigen, wie toll er kochen kann! Dieser Tage eröffnete Schweiger ein Restaurant in der Hamburger City. Ganz bescheiden natürlich: 800 m², 2 Etagen, eigener Store mit „gebrandeten“ Til-Schweiger-Produkten (Wollten Sie schon immer mal einen Schweiger-Kaschmir-Pullover für 399,00 € tragen?). Toiletten-Türen aus dreihundert Jahre altem Holz aus der Steiermark, eigene Wasserhähne und eigene Seife aus der Kollektion „Til“, nicht zu vergessen die eigene Biermarke „Tils“ (Wollten Sie schon immer mal ein „Tils“ zischen, für schlappe 4,20 € pro 0,33ml Flasche?).

Ein Blick in die Speisekarte: „Natürlich einfach und bodenständig“ lautet das Motto in Tils Küche. Wie wäre es mit einem Starter, z. B. gegrillte Garnelenstücke für 13,50 € oder einem Secreto vom Iberico-Schwein für 19,50 € (Ob sich das ein syrischer Flüchtling als Vorspeise leisten kann?), gefolgt von einem gegrillten Wolfsbarsch an Erbsen-Gemüse, Oliventarpenade und Thymianbutter (22,50 €). Gereicht bei einer guten Flasche Rotwein (Cabernet Sauvignon Clos Du Val, 120 €)!

Bei diesen Köstlichkeiten lässt es sich sicher besonders gut über humanitäre Flüchtlingspolitik diskutieren. Mal sehen, mit welchem Projekt uns Til in der nächsten Zeit beglücken wird, den Bau eines neuen Flüchtlingsheimes oder einer Kinderstiftung wohl eher nicht…

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Foto: Foto: gdcgraphics, CC BY 2.0, http://bit.ly/2h3cSqD
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