Eigentlich müsste man ihm vor Dankbarkeit um den Hals fallen. Denn Ralf Stegner (SPD) tut es wieder: Er beleidigte die Gäste einer Podiumsdiskussion in der Hamburger Hafencity als „Hohlköpfe“, weil diese angesichts seiner altbekannten und diffamierenden Ansichten über Andersdenkende Widerspruch artikulieren (Link zum Twitter-Beitrag). Und Stegner reagiert, wie verbohrte Ideologen immer reagieren, wenn sie in die Defensive geraten: Er verletzt Andersdenkende gezielt, indem er ihnen mangelnde Intelligenz unterstellt. Einen besseren Wahlaufruf für die AfD kann man sich nicht wünschen!

Wohl keinem deutschen Politiker, wie Ralf Stegner, gelingt es so zuverlässig, sich permanent als Tugendwächter der Demokratie aufzuspielen, von Toleranz und Pluralismus zu reden, und im gleichen Atemzug Wähler mit anderen Argumenten und Ansichten als „hohl“ oder „intellektuell minderbemittelt“ zu beschimpfen. Damit sagt Stegner vor allem viel über sich selbst aus: Wer nicht meiner Meinung ist, ist ein dummer Anti-Demokrat. Diese Haltung ist so offenkundig und entlarvend, dass sie von immer mehr Menschen wahrgenommen und abgelehnt wird.

Wirkliche Demokraten fragen sich: Kann man die über Jahrhunderte bewährte Idee der Demokratie eigentlich noch mehr verraten?



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Diskussion

  1. Jochen

    Okt 06, 2016  um 13:55

    Ralph Stegner ist halt ein Pöbler, der längst in der Postdemokratie zu Hause ist, wie Ihr neues Mitglied Nicolaus Fest sie treffend beschreibt. Stammesbewußtsein, Stammesorientierung, es geht um Tribalismus, d.h. um die Behauptung der Claims, die man glaubt für immer abgesteckt zu haben. Mit Deokratie hat so ein unwürdiges und andere entwürdigendes Verhalten nullkommanix zu tun.
    Allerdings stand ihm Elmar Brock kaum nach, auch er bloß ein Stammeskrieger und hocharrogant, obwohl er das natürlich der AfD unterstellt. Und wie sie am Ende der Debatte zusammenstanden, die beiden Stammhalter und Möchtegern-Platzhirsche – sehr vielsagend.
    Der FDP-Mann hat sich lieber in der Vergangenheit der No go Areas in HH aufgehalten, da fühlte er sich sicher, denn er ist ja dort aufgewachsen…Ein Mann von gestern, der an seiner Wahrnehmung von vorgestern scheitert, obwohl er eigentlich der Jüngste zu sein schien.
    Dr. Baumann hat sich mehr als gut behauptet und ließ sich nicht zu Gegenpöbeleien hinreißen. Die Menschen honorieren sowas in der Wahlkabine.
    Das Publikum war schön lebendig.

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