Hamburg, 8. Februar 2019. Die Landesvorsitzenden der Jungen Alternative Hamburg, Krzysztof Walczak und Marco Schulz, sowie weitere Hamburger Mitglieder inner- und außerhalb des Vorstandes haben ihren Austritt aus der Jugendorganisation erklärt. Zuvor hatten sowohl der Vorstand der JA Hamburg als auch der AfD Hamburg auf eine Lossagung des Hamburger Jugendverbandes von der Bundesorganisation gedrängt. Die für eine Satzungsänderung erforderliche Zweidrittelmehrheit wurde jedoch auf einer bereits im Dezember abgehaltenen Mitgliederversammlung um eine Stimme verfehlt.

Walczak, der auch Schriftführer im Hamburger AfD-Landesvorstand ist, erklärte:

„Unsere Mitgliederstruktur in Hamburg war schon immer von Beamten, Soldaten und Angestellten geprägt, die aufgrund der bundesweiten Erhebung der Jungen Alternative zum Verdachtsfall um ihre berufliche Existenz fürchten. Bereits in den letzten Wochen haben wir deshalb rund ein Drittel unserer Mitglieder verloren. Eine attraktive Jugendarbeit, welche junge Bürger aus der Mitte der Gesellschaft anspricht, ist unter diesen Voraussetzungen in einer westdeutschen Großstadt wie Hamburg leider nicht mehr möglich.

Ich bedaure den heutigen Schritt sehr, insbesondere, da der Hamburger JA-Landesverband mit der Mutterpartei stets gut zusammengearbeitet hat und wir immer einen klaren, aber zugleich klugen und disziplinierten politischen Kurs auf Basis unserer liberal-konservativen Überzeugungen verfolgt haben. Zudem haben viele Mitstreiter, darunter auch der amtierende JA-Bundesvorsitzende Damian Lohr, demonstriert, dass sie bereit waren, bestehende Missstände in der JA, wie beispielsweise im Landesverband Niedersachsen, offensiv zu bekämpfen. Als Hamburger haben wir diesen Kurs auf Bundesebene immer unterstützt.

Besonders bitter ist unsere Situation, weil die meisten der Argumente, die der Verfassungsschutz gegen die JA ins Feld führt, absurd und unhaltbar sind. Dass beispielsweise einzelne Forderungen aus dem JA-Programm als verfassungsfeindlich angesehen werden, obwohl dieselben in der Vergangenheit auch von Unionspolitikern geäußert wurden, spricht für sich.“

Schulz, Beisitzer im Bezirksvorstand der AfD Hamburg-Wandsbek, ergänzte:

„Das politisch tendenziöse Agieren des Verfassungsschutzes kam für uns nicht überraschend. Daher auch unser Versuch, uns schon im Dezember als Hamburger Jugendverband von der Bundesorganisation unabhängig zu machen. Dies ist bedauerlicherweise nicht gelungen, mit dem denkbar knappsten Ergebnis.

Danken möchte ich dem AfD-Landesvorsitzenden Dirk Nockemann und dem AfD-Fraktionsvorsitzenden Alexander Wolf. Beide haben den Hamburger JA-Landesvorstand unter großem persönlichem Einsatz bei dem Versuch unterstützt, einen sauberen Schnitt hinzubekommen.

Wir müssen uns nun überlegen, wie wir die Jugendarbeit der Partei in Hamburg neu organisieren. Hierzu wird für den nächsten Landesparteitag im März ein gemeinsamer Antrag der ehemaligen JA-Landesvorstände und des AfD-Landesvorstands vorgelegt werden, der es ermöglichen soll, eine neue Jugendorganisation in Hamburg aufzubauen. Diese wäre von den Entwicklungen in der Bundes-JA und den aktuellen Missständen innerhalb anderer Landesverbänden dann nicht mehr belastet.“