von Walter Strack

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Der Hamburger Sozialbericht 2014 zeigt deutlich, dass das Armutsrisiko bei Alleinerziehenden, kinderreichen Familien, Migranten und niedrig Qualifizierten deutlich erhöht ist. Diesen Personengruppen gelingt es auch häufig nur sehr schwer, sich aus dem Bezug von Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) wieder zu lösen.

Mit dem Ausbau der Kindertagesbetreuung ist für die Gruppen der Alleinerziehenden und kinderreichen Familien bereits eine Lösung zur Reduzierung des Armutsrisikos gefunden, insoweit dieses aus Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und Erwerb herrührt.

Wie der Sozialbericht jedoch zeigt, ist schlechte Berufsqualifikation der wesentliche Armutsfaktor über alle Lebenslagen hinweg. Langfristig erfolgreich kann die Armut in Hamburg deshalb nur bekämpft werden, wenn sich die Bildungssituation nachhaltig verbessert. Das nach wie vor unterdurchschnittliche Abschneiden Hamburgs bei PISA belegt das Versagen der Schulpolitik auf diesem Gebiet. Hier bedarf es einer grundlegenden Neuorientierung in Hamburg hin zur Vermittlung klassischer Kernkompetenzen im Unterricht.

Eine besonders gravierende Häufung von Armutsrisiken, Sozialleistungsbezug und niedriger Qualifikation findet sich bei Migranten. Die Integrationspolitik der vergangenen Jahrzehnte ist als gescheitert anzusehen. In Zukunft kommt es darauf an, das Qualifikationsniveau der Migranten in Hamburg deutlich zu verbessern. Hierzu bedarf es zum einen der besonderen Fokussierung der Bildungsanstrengungen auf diesen Personenkreis. Zum anderen muss aber auch die Möglichkeit zur Einwanderung mit der Qualifikation verknüpft werden, wie das bei den klassischen Einwanderungsländern längst erfolgreiche Praxis ist (kanadisches Einwanderungsmodell).