Bericht von der Veranstaltung mit Hans-Olaf  Henkel am 14. November 2014 im Haus der patriotischen Gesell­schaft, Trostbrücke 6

Am Freitag, 14. November, war der Reimarus-Saal einschließlich der Empore voll besetzt als Hans-Olaf Henkel über „Vernunft, Anstand und Toleranz“ sprach.

VeIMG_9485rnunft: Die Politik der ‚Euro-Rettung‘ und ihre Folgen entsprächen offenbar nicht der  ökonomischen Vernunft. Sie hat  in den südlichen Ländern zu einem wirtschaftlichen Abschwung  geführt, mit Arbeitslosigkeit bis über 30 %, besonders bei den Jugendlichen. Die Vorstellung, bei uns liefe alles gut, sei trügerisch. Das erscheine nur so, wenn man Deutschland  mit den schwachen Euro-Ländern vergleiche. Während die Weltwirtschaft um 2,7% wachse, haben die Wirtschaftsweisen die Wachs­tumsrate für Deutschland gerade von 2 auf 1 % gesenkt.

Anstand:  Wie sei das mit Anstand zu vereinbaren, wenn Gabriel darauf äußert, die Wirtschaftsweisen hätten keine Ahnung. Er will auch den Wirtschaftrat abschaffen, weil ihm dessen Sicht nicht genehm ist. Schon Schröder sprach abschätzig von dem Professor aus Heidelberg, als es um den renommierten Verfassungsrichter Prof. Kirchhof ging. Steinbrück bezeichnete ihn als  Prof. Unsinn und meinte den weltweit anerkannten Prof. Sinn.

Die Menschen sind jedoch froh, wenn Persönlichkeiten da sind, die  Ahnung haben, z.B. bei den Führungskräften der AfD.

Verantwortung: Die Entscheidungsbefugnisse gehören dahin, wo sich der meiste Sachverstand befindet, die Folgen der Entscheidung am besten abgeschätzt werden können und die Lasten getragen werden müssen.  D.h. die Entscheidung muss auf der niedersten Eben erfolgen. Das nennt man Subsidiarität.

Dieses Prinzip der Verantwortlichkeit ist Grundlage der Europäischen Verträge. Es wird jedoch zuneh­mend übergangen zu Gunsten einer stärkeren Zentralisierung. Mit der Europäischen Banken­union entsteht eine Haftungsgemeinschaft, bei der die sparsamen Anleger der Sparkassen für euro­päische Großbanken haften müssen. Nicht die Verantwortlichen haften, sondern die Bürger.

Wettbewerb: Der Wettbewerb bildet die Grundlage unseres Wohlstandes. Er wird aufgegeben zu Gunsten einer Harmonisierung und Gleich­macherei. Das ist, als müssten beim Fußball beide Mannschaften das gleiche Ergebnis erzielen oder und beim Marathon alle zur gleichen Zeit ans Ziel kommen.  Für wirtschaft­liche Leistung und Überschüsse soll es Sanktionen und  Strafen geben. Als Folge wird die Eurozone auf dem Weltmarkt immer weniger wettbewerbsfähig.

Toleranz: Wir müssen das Los der Frauen und Mädchen zu unserer Sache machen. Hier ist Toleranz einzufordern. Und die Menschenrechte müssen gewährleistet werden.  Das gilt auch, wenn Rechte der Frauen eingeschränkt werden, selbst wenn sie religiös, z.B. mit dem Islam, begründet werden. Mädchen haben ebenfalls das Recht, zum Schwimmunterricht zu gehen.  Heiraten unter Zwang dürfen wir nicht zulassen.

Anschließend gab es noch eine lebhafte Diskussion zu verschiedenen Themen. Die Zuhörer dankten dem Gast mit anhaltendem Applaus.

IMG_9490